Freitag, 9. September 2011

Erfahrung ist nicht das, was einem zustößt. Erfahrung ist das, was man aus dem macht, was einem zustößt.

So, man kann jetzt wirklich sagen, dass die Sommerferien so langsam zum Schluss kommen. Das letzte Wochenende in den Ferien ist angebrochen und somit muss man sich bereit machen. - Bereit machen für's frühe Aufstehen, Lernen, Freunde wiedersehen, für's letzte Schuljahr auf der Realschule. -ENDLICH-

Ist echt irgendwie merkwürdig erst jetzt den Realschulabschluss zu machen, aber dank dem Krebs ging das ja nicht anders. Bin sozusagen 2 Jahre hinterher, das eine Jahr habe ich mir selbst zuzschreiben und das weitere Jahr habe ich eben meiner Krankheit zu "verdanken".


Ich merke es immer wieder. Ich komme mit den kleinen Krankheiten meiner Mitmenschen nicht zurecht. Nunja, nicht ganz Krankheiten, sondern die Beschwerden über die Krankheiten.
Beispielsweise wird mithilfe einer Operation ein Bruch im Arm gerichtet. Das machen die Ärzte, damit der Patient in absehbarer Zeit keine Beschwerden mehr hat. Sie operieren den Arm, damit das Leben in ein paar Wochen wieder normal weitergehen kann. 
Wenn sich bei einem Krebspatienten der Tumor jedoch im Arm befindet, versuchen die Ärzte den Arm sogut wie möglich zu erhalten. Sie operieren diesen Arm, damit der Patient überlebt und eine Chance auf ein möglichst normales Leben hat. Manchmal geht es schief und der Arm kann nicht erhalten werden, manchmal geht es schief und der Patient bezahlt mit seinem Leben.
Jetzt stellt sich doch immer die selbe Frage: Wo bleibt die Gerechtigkeit im Leben?
Wieso darf sich jemand über kleine Narben beschweren, die unter einem T-shirt wieder verschwinden?
Auf der anderen Seite lernt ein 13-jähriges Kind das Laufen mit der neuen Prothese, nachdem ihm das Bein amputiert wurde.
Ich bin einfach sprachlos bei diesem Thema. Sprachlos, enttäuscht und voller Fragen, die mir wahrscheinlich nie jemand beantworten kann.





Kommentare:

  1. Die letzte Stunde habe ich damit verbracht, deinen Blog zu lesen. Nur durch Zufall bin ich auf die gestoßen - doch deine Geschichte hat mich so gefesselt, dass ich nicht aufhören konnte zu lesen. Es ist schrecklich, dass dir sowas passieren musste .. Ich kann garnicht in Worte fassen, wie ich mich gefühlt habe, als ich deine Geschichte gelesen hab.
    Es ist wahnsinnig mutig von dir, diese Geschichte öffentlich zu machen. Und ich bewundere dich dermaßen, dass du das alles so gut überstanden hast.
    Ich stell mir vor, wenn ich in deiner Situation gewesen wäre, ich wäre wahrscheinlich nie damit fertig geworden. Sowohl körperlich als auch psychisch.

    Du hast meine Hochachtung!!
    Ich wünsche dir noch ganz, ganz viel Glück in deinem weiteren Leben.

    Liebe Grüße

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  2. Hallo meine Liebe =) Ich wollte gerade eigentlich genau das gleiche sagen, wie die Dame über mir..aber ja ich habe so einen riesen respekt von dir! Ich weiß nicht ob ich dazu die kraft und willenstärke hätte..Und ich finde es toll das du einen blog nutzt um mal über etwas wirklich "wichtiges" zu sprechen..ich denke du kannst damit ganz vielen anderen Mädels (und natürlich auch Jungs :P) die ebenfalls in deiner Situation sind/waren helfen.

    Ich wünsche dir wirklich von ganzem Herzen nur das beste für die Zukunft..und wer weiß vielleicht wird aus deinem Blog mehr und ich sehe bald in meiner Buchhandlung um die Ecke ein Buch mit dir auf dem Cover drauf :P hehe

    Liebe Grüße

    Sara

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  3. weißt du, bezüglich der fragen die du dir über die gerechtigkeit im leben stellst kann ich dir einen spruch sagen, der mir oft hilft: "Der Kelch des Leidens ist nicht für alle gleich groß".
    Wir alle haben unser Schicksal zu tragen, manche so viel mehr als andere. Ein jeder kann nur das verstehen, was er selbst durchleben muss. Für manche bedeutet ein Pickel fast den Weltuntergang, während andere sich da nur staunend an den Kopf fassen.
    Manche zerbrechen fast an der Scheidung ihrer Eltern, während das für andere nur eine weitere Lapalie auf ihrem Lebensweg ist.
    Ich weiß nicht, ob du gläubig bist - wenn ja, dann verzweifle nicht. Es gibt da ein Buch, das heißt "Warum guten Menschen böses widerfährt", das hat mir stellenweise geholfen.
    Ich habe ein ganz anderes Schicksal als du, vielleicht hilft es dir trotzdem wenn du es pragmatisch siehst - wie gesagt, ein jeder muss sein eigenes Päckchen tragen.
    Das "wieso" werden wir nie klären können, es bleibt das große Rätsel und das Kreuz der Menschheit. Ebensowenig hat all die Forschung und Philosophie es geschafft, das Wesen des Todes zu erklären.

    Wenn es mir manchmal ganz schlecht geht, dann denke ich an eine Kabbala-Weisheit: "Das menschliche Leben ist das Spiel des Schöpfers." Wir verstehen leider die Regeln nicht, wir machen trotzdem weiter, weil wir diesen starken Überlebenstrieb in uns haben und wissen, dass solange Leben ist Hoffnung ist.
    Fühl dich gedrückt!

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